Gemeindezentrum in Pedro P. Peña

BMZ-Projekt 2016-2017

Hoch oben im Norden des paraguayischen Chaco kurz vor der Grenze zu Bolivien haben sich rund um den während des Chacokrieges bedeutsamen Militärstützpunkt Pedro P. Peña wieder Nivaclé und Manjui angesiedelt. Dieser Ort bildet heute das Zentrum des Oberen Pilcomayo Gebietes. Deshalb wurde auch hier das Gemeindezentrum mit 4 Räumen errichtet.

Seither finden die lokalen Treffen ebenso wie die mit den Nachbargemeinden in diesem Zentrum statt. Mehrere Workshops und Fortbildungen wurden bereits durchgeführt. Auch das Komitee des Oberen Pilcomayo hat sein Büro bezogen.

Hier werden auch für den Verkauf bestimmte kunsthandwerkliche Gegenstände produziert und gelagert. Um die Werkstätten einrichten zu können, musste ein größerer Lkw zum Transport von Mobiliar, Werkbänken und anderen Werkzeugen angemietet werden, der erst jetzt nach Ende der Regenzeit die schwierigen Lehmstraßen befahren konnte. Um Konflikte zu vermeiden und sicher zu gehen, dass die Nutzung und Erhaltung des Gebäudes wie von den Gemeinden beschlossen gewährleistet bleibt, haben sie eine Nutzungsordnung vereinbart, die sich bisher bewährt.

Rosario Oviedo, der junge Mann auf dem Foto kommt aus der Gemeinde Campo Ampu. Er hat die Aufgabe des Sekretärs des Komitees des Oberen Pilcomayo übernommen und trifft sich regelmäßig mit den Vertretern der beiden anderen Komitees aus dem Unteren und dem Mittleren Pilcomayo. Hier formuliert er einen Antrag an die nationale Hausbaubehörde, um auch für seine Gemeinde Neubauten zu fordern. Die Menschen leben seit der Rückkehr in ihre angestammten Gebiete in provisorischen Hütten, eine Herausforderung ans Überleben besonders während der oft sehr stürmischen Regenzeit und der kalten Winternächte.

 

Die Rechtsanwältin Cristina Vila unterstützt ihn. Sie setzt sich bei Tierra Libre als Koordinatorin des gesamten Projektes seit 2012 für dessen Gelingen ein. Dazu ist nicht nur der regelmäßige Kontakt mit den Nivaclé und den Manjui in ihren weit verzweigten Siedlungsgebieten Voraussetzung, sondern auch der gute Kontakt mit allen Ämtern und Behörden, die Einfluss auf die Rückübertragung des Landes haben oder für die erforderliche Infrastruktur verantwortlich sind. Da hat sich in den letzten Jahren einiges bewegt. Trotzdem bleibt der Prozess langwierig. Der wichtigste Erfolg ist sicher die Dynamik, mit der die gewählten Vertreter*innen und die übrige Bevölkerung ihre Interessen zunehmend selbst wahrnehmen.