Förderung der landwirtschaftlichen Genossenschaft El Eden zur nachhaltigen Verbesserung der Subsistenzwirtschaft ihrer Mitglieder

Neues BMZ-Projekt vom 1. September 2017 – Ende Februar 2020

Die Genossenschaft El Eden hat sich 2016 auf der als Biosphärenreservat geschützten Insel Ometepe im Nicaraguasee gegründet, um ihre Mitglieder im Sinne nachhaltiger und ökologischer Bewirtschaftung ihrer kleinen Höfe wirkungsvoller fortbilden zu können, gemeinsame Märkte zu erschließen und zur Förderung kleinerer Investitionen Kleinkredite zu vergeben.

Sie werden seit 3 Jahren im Bereich der Anbaumethoden von den US-amerikanischen NROs Grow und Pontis Nicaragua unterstützt, über die sich auch der Kontakt zum Werkhof Darmstadt entwickelte. Für die Dauer dieses Vorhabens hat Pontis die Durchführung weiterer Schulungen zugesagt.

 

Bisher hat die Genossenschaft 60 Mitglieder. 13 Frauen und 47 Männer, die jeweils mit ihren Familien einen kleinen Hof bearbeiten. Die Betriebe verfügen über 0,7 ha bis 3,5 ha bewirtschaftete Fläche. Die kleineren Höfe können keine Familie ernähren, als Nebenerwerb bieten sich vor allem Tätigkeiten im Tourismus an. Einige Bauern pachten zusätzlich Land von anderen Bauern. Die Betriebe befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft. Weitere Bauern, die die Voraussetzungen erfüllen, sollen in die Genossenschaft aufgenommen werden.

Die theoretischen Schulungen werden von praktischen Beispielen auf den Höfen der Mitglieder unterstützt. Mit diesen Erfahrungen sowie Grundlagen für eine erfolgreiche Nutzung von Mikrokrediten erlangen die Mitglieder der Genossenschaft ein fundiertes Wissen zur sukzessiven Umstellung ihrer Produktion. Dringend erforderliche Investitionen werden durch Mikrokredite von durchschnittlich 600 € ermöglicht. Hinzu kommt der Aufbau einer gemeinsamen Vermarktung der Produkte, um längerfristig höhere Einkommen erzielen zu können. In diesem Bereich hat das Ministerium für Wirtschaft, Familie und Genossenschaftswesen seine Unterstützung zugesagt. Aktuell verhandelt El Eden mit dem Ministerium über die konkrete Ausgestaltung.

Die Nachhaltigkeit des Projekts wird zum einen durch die Einnahmen beim längerfristigen Verwalten des rotierenden Kreditfonds gewährleistet, zum andern soll mit dem Aufbau von Vermarktungsstrukturen auch die Verwaltungsarbeit der Genossenschaft stabilisiert werden.

An den rot markierten Punkten leben Mitglieder der Genossenschaft, die Geschäftsstelle wird in einem angemieteten Büro in der Nähe des Hauptortes Altagracia eingerichtet.

Der Vulkan Concepción ist noch aktiv, zuletzt ausgebrochen 2010, die Vulkanerde an seinen Hängen ist sehr fruchtbar, aber für die armen Kleinbauern ohne Bewässerung für ihre Felder nicht ganzjährig nutzbar. Statt 3x können sie nur einmal jährlich ernten. In einigen Bereichen haben Landwirte mit Erosionsschäden zu kämpfen. Entsprechende Schutzmaßnahmen sind geplant.

In den letzten Jahren entwickelt sich die Insel zunehmend touristisch im Einklang mit Auflagen zum Schutz des Biosphärenreservats. Entsprechend soll die gesamte Landwirtschaft auf der Insel mit der Zeit auf ökologische Standards umgestellt werden.

Die Insel ist über einen Fährbetrieb von 3 Häfen aus mit dem Festland verbunden. Bisher ist es für die Bauern sehr aufwändig, einen Teil ihrer Produkte auf den Märkten größerer Städte zu verkaufen. Der früher auch international gut florierende Handel mit Kochbananen ist eingebrochen. Eine Diversifizierung und Umstellung ihrer Produktion ist entsprechend existenziell.